Vagrants – Separation

Melodic Hardcore ist aus der Sicht eines Musikvernarrten oftmals ein ziemlich ermüdendes Genre. Die Variation geht vielen Bands oftmals vorhanden, sowohl auf lokaler Ebene – was ja noch verständlich ist, gibt es doch ohnehin Bands wie Sand am Meer und einen individuellen Sound zu entwickeln ist nicht einfach – wie auch auf Ebene der etablierten Acts. Defeater zum Beispiel veröffentlichen seit knapp zehn Jahren das selbe Album mit anderen Texten. Bei denen funktioniert es allerdings noch irgendwie, da die Texte sehr ansprechend sind und eine Geschichte erzählen. Counterparts war auch so eine Band, bis sie auf „The Difference Between Hell and Home“ ihren Sound gefunden haben und seitdem eine der besseren Bands des Genres sind.

Eine Band, die das nicht von sich behaupten kann, ist Vagrants. Die haben gerade ihre Debüt-EP über Equal Vision und Rude Records veröffentlicht und man kann leider nicht viel mehr sagen, als dass der Sound derivativ ist. Glücklicherweise ist die EP nur 18 Minuten lang. Gute Bands können bei dieser Länge bereits einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Bei Vagrants habe ich aber erst nach dem zweiten oder dritten Hören Unterschiede zwischen den Songs raushören können.


Was geboten wird, gab es bereits auf Alben wie „How We Both Wondrously Perish“ von Being As An Ocean und in den folgenden Jahren tonnenweise von kleinen, lokalen Bands, die auf der Erfolgswelle mitreiten wollen. Teilweise geschriene, teilweise gesungene und teilweise in sehr drückendem Duktus eingesprochene Vocals wechseln sich ab, vergessen dabei aber, tatsächlich eine Aussage zu treffen. Die Gitarren-Leads lassen sehr uz wünschen übrig, auch wenn beispielsweise „Clarity“ ein ziemlich gutes Riff hat. Doch wird das nur an zwei Stellen im Song benutzt und sonst orientiert man sich eher an Powerchords zur Untermalung der mittelmäßigen Leistung des Sängers. Laut dem Presserelease von Equal Vision stecken hinter dieser EP die Ideen eines ganzen Albums, die nach einigen Mitgliederwechseln umstrukturiert wurden. Wenn das gebotene allerdings die kondensierten Ideen für ein ganzes Album gewesen sein sollen, sehe ich in der Zukunft nicht viel Potenzial für die Jungs aus Florida.

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