Black Matter Device – Hostile Architecture

Mathcore ist kein neues Genre. Bands wie The Dillinger Escape Plan (RIP) haben bereits 1999 Alben rausgehauen, die sich anhören, als hätte die gesamte Band einen epileptischen Anfall auf der Bühne. Dabei allerdings nicht nur die Intensität von Hardcore zu bewahren, sondern auch noch eine – sei sie noch so verquere – Struktur in die einzelnen Songs zu bringen, ist eine wahre Kunst. Hinzu kommt allerdings, dass selbst wenn man es schafft, diesen Spagat zwischen Chaos und Struktur zu schlagen, das Endprodukt selbst für Hörer, die härtere Schläge der Musik gewöhnt sind, der Sound nichtsdestotrotz eine gewisse Dissonanz auslöst.


Black Matter Device aus Fredericksburg, VA nehmen auf ihrer neuen EP „Hostile Architecture“ keine Gefangenen. Hat diese doch trotz sieben Songs nur eine Runtime von knapp 12 Minuten – die meisten Songs bewegen sich um die Zwei-Minuten-Marke. Was in diesen 12 Minuten allerdings geboten wird, ist ein feinster Anschlag auf die Gehörgänge des Zuhörers. Dissonant von vorne bis hinten und gleichzeitig noch geordnet, klingen BMD auf dieser EP ein wenig wie die frühen Werke von Bands wie The Chariot, Every Time I Die oder Norma Jean. Damit ist der Sound allerdings auch ziemlich eindeutig beschrieben – viele songwritingtechnische Freiheiten oder Innovationsbereitschaft wird auf dieser EP nicht gezeigt. Dafür allerdings, dass die Band trotz einer sehr kurzen Diskographie bereits jetzt in der Lage dazu sind, einen runden und gleichzeitig energetisch geladenen Sound abzuliefern. Highlights sind hier beispielsweise „Honest to Goddess“, auf der der Vocalist einen beinahe unmenschlichen Banshee-Scream bringt oder das wunderbar eingearbeitete Bass-Solo auf „Hell Is Other People“, auf das etwas folgt, was sich am Besten als einen durch Gitarren vertonten Orgasmus beschreiben lässt.

Auch ansonsten klingt sowohl die Instrumentation als auch die Produktion sehr fokussiert. Trotz der Kürze der einzelnen Songs kommt nicht das Gefühl auf, dass musikalische Ideen der runtime-bedingten Axt zum Opfer gefallen sind. Wer es etwas chaotischer mag und vom letzten Cult Leader-Album ein wenig enttäuscht war, wird mit „Hostile Architecture“ eine EP gefunden haben, die zumindest ein wenig die Zeit vertreibt.

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