ADVENTS-SPECIAL: Die 50 besten Alben der 2010er-Jahre (40-31)

In der zweiten Woche des Advents-Specials schaue ich mir das untere Mittelfeld meiner Liste an. Bei dieser Aussage soll allerdings nicht der Eindruck entstehen, dass diese Alben in irgendeiner Weise mittelmäßig sind. Auch in den unteren Platzierungen dieser Liste gibt es Alben, die meine Jugend und das junge Erwachsenenalter geprägt haben.

#40

O’Brother – Endless Light

Triple Crown Records / 25. März 2016

Ich war im Rahmen dieser Liste eine Weile lang unentschlossen, welches O’Brother-Album ich aufnehmen soll. Die Band entdeckt habe ich, als sie als Support für La Dispute auf Europa-Tour waren, damals war das aktuelle Album das 2013 erschienene “Disillusion”. Und ich finde immer noch, dass “Disillusion” ein sehr gutes Album ist. Allerdings haben sich O’Brother mit “Endless Light” letztendlich merklich gesteigert. Das Album nimmt alle Elemente von den vorigen Alben und bringt sie in ein Zusammenspiel, das so stimmig auf den Vorgängern einfach nicht war. Dementsprechend hat sich “Endless Light” den Platz auf dieser Liste eindeutig verdient.

#39

Casper – XOXO

Four Music / 8. Juli 2011

Wer sich Anfang der 2010er-Jahre im deutschsprachigen Internet bewegt hat, der kam an “XOXO” nicht vorbei. Casper ist bis heute ein popkulturelles Phänomen, jedoch ist sein musikalisches Wirken meiner Meinung nach hier auf dem absoluten Höhepunkt gewesen. Es gibt kaum jemanden, der ernsthaft sagen kann, die “Stimme einer Generation” gewesen zu sein – doch Casper ist genau das auf “XOXO” gelungen.

#38

Counterparts – The Difference Between Hell and Home

Victory Records / 23. Juli 2013

Auch Counterparts ist eine Band, die ich erst richtig verstanden habe, nachdem ich sie live gesehen habe. Das war Anfang 2014, als sie mit Being As An Ocean und Hundredth auf Tour waren. Seitdem hat mich die Band mit ihren emotionalen Texten und ansprechender Instrumentation nicht mehr losgelassen. Auf “The Difference Between Hell and Home”, immerhin das dritte Album der Kanadier, haben Counterparts endgültig einen Sound etabliert, der dem Rest der Metalcore-Szene einen Schritt voraus ist.

#37

Rise Against – Endgame

Geffen Records / 15. März 2011

Lustige Geschichte: Ich hatte mir irgendwann auf einem Klassenausflug in der sechsten Klasse mal “The Sufferer and the Witness” gekauft, das Album dann allerdings einige Jahre lang nicht beachtet. Bis eine Klassenkameradin von mir im Musikunterricht eine Präsentation über “Endgame” gehalten hat und dabei “Make It Stop (September’s Children)” vorspielte. In dem Song geht es um Mobbing gegenüber LGBTQ+-Kindern in Schulen. Ich wusste damals nicht mal wieso, aber ich hatte ernsthafte Schwierigkeiten, die Tränen zurückzuhalten. Als ich nach Hause kam, hab ich mir den Song dann nochmal angehört – und dann gingen die Schleusentore endgültig auf. Dementsprechend habe ich zu dem ganzen Album eine sehr emotionale Verbindung. Schade nur, dass Rise Against danach kein wirklich gutes Album mehr veröffentlicht haben.

#36

Käptn Peng und die Tentakel von Delphi – Expedition ins O

Kreismusik / 4. April 2013

Ich weiß nicht, unter dem Einfluss welcher psychoaktiven Droge Käptn Peng die Texte für dieses Album geschrieben hat, aber es ist auf jeden Fall eine gute. Zutiefst philosophisch aber nichtsdestotrotz unheimlich pointiert und sich selbst nicht zu ernst nehmend. Das ganze wird untermalt von den locker-jazzigen… Beats? der Tentakel von Delphi. Es ist schlicht nicht möglich, beim Hören dieses Albums keinen Spaß zu haben.

#35

Crossfade – We All Bleed

Eleven Seven Music / 21. Juni 2011

Die Welt ist mittlerweile glücklicherweise größtenteils über Post-Grunge hinweg. Zum größten Teil hat das Genre relativ wenig zu bieten, besteht es doch hauptsächlich aus Menschen, die sich vom Erfolg von Bands wie Nickelback haben inspirieren lassen. Ein (leider) sehr unterschätztes Kleinod des Genres kam allerdings zum Ende der Relevanzzeit des Genres noch raus, nämlich 2011 als Crossfade “We All Bleed” veröffentlichten. Während ich einen Großteil der Alben, die ich damals hörte, heute nicht mal mehr mit dem Arsch anschauen wollen würde, ist “We All Bleed” auch heute noch ein Hörgenuss.

#34

Cult Leader – Lightless Walk

Deathwish Records / 9. Oktober 2015

Ich kann mich noch genau daran erinnern, dass ich dieses Album mal ein paar FreundInnen vorgespielt habe, die mit Metal genau nichts anfangen können, um sie davon zu überzeugen, dass ich wirklich Höhlenmenschen-Musik höre. Es hat funktioniert. Dabei ist “Lightless Walk” durch und durch ein fantastisches Album, wenn man mit dem rohen Sound klarkommt. Hinter der Soundwand steckt ein faszinierendes Melodieverständnis und erstaunlich viel Musikalität. Und auch wenn meine Faszination mit diesem Album eher der morbiden Sorte angehört, ist es doch nichtsdestotrotz Fazination.

#33

Comeback Kid – Symptoms + Cures

Victory Records / 31. August 2010

Comeback Kid zählen in der Hardcore-Szene mittlerweile auch schon zu den alteingespielten Bands. Viele Fans werden auch immer noch auf das 2005 erschienene “Wake the Dead” zeigen, wenn sie ihr liebstes CBK-Album nennen sollen. Ich persönlich finde, dass “Symptoms + Cures” das stärkste Album der Band ist. Hier zeigen sie sich gleichzeitig mit der altbekannten Hardcore-Keule, aber gleichzeitig auch mit einem bisher unerreichten Sinn für Melodie.

#32

Hundredth – Revolt/Resist

Mediaskare Records / 10. März 2013 (Revolt), 25. März 2014 (Resist)

Nennt es Schummeln, aber ich konnte mich hier einfach nicht für eine der beiden EPs entscheiden. Beide zeigen jeweils unterschiedliche Seiten der Band und gehören doch im großen Zusammenhang zu einer Einheit. Auf “Revolt” sind Hundredth noch durch und durch politisch und zeigen hier Hardcore-Banger nach Hardcore-Banger, während auf “Resist” mehr der introspektive Teil der Band beleuchtet wird. Dabei sind beide EPs einfach fantastische Musik und gehören meiner Meinung nach auch einfach zusammen.

#31

Scroobius Pip – Distraction Pieces

Speech Development Records / 25. November 2011

Scroobius Pip ist eigentlich mehr für sein Werk mit dem Produzenten Dan le Sac bekannt, allerdings finde ich sein Solo-Werk persönlich ansprechender. Da sind einige Tracks dabei, die einfach nur so vor intelligenten Wortspielen strotzen (“Introdiction”) und einige, die einfach wunderbar emotional und ehrlich sind (“Broken Promise”). “Distraction Pieces” ist auch neun Jahre später noch ein Album, das ich gerne anhöre.


Wieder vielen Dank für’s Lesen! Nächste Woche folgen dann Platz 30-21. Da sind dann wieder einige echte Highlights dabei!

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