ADVENTS-SPECIAL: Die 50 besten Alben der 2010er-Jahre (50-41)

Heute ist der erste Advent. Viele Menschen besorgen sich dafür einen Adventskranz und zünden jeden Sonntag eine Kerze an, bis am vierten Advent alle vier brennen und eins sich für Heiligabend eine neue Kerze besorgen muss, weil die erste schon abgebrannt ist und eins sonst das Haus anzündet. Schließlich befinden sich um die Kerze herum meistens Tannengrün und der ein oder andere Stoffschmuck. Perfekter Zunder also.

Da ich aber nicht das Bedürfnis habe, meine Wohnung anzuzünden, habe ich mir etwas anderes überlegt: Die Dekade neigt sich dem Ende zu und ich werde einen Countdown anfangen, in dem ich die (für mich persönlich) besten Alben der 2010er-Jahre in Zehnerschritten runterzähle. An Heiligabend folgen dann die zehn besten Alben und irgendwann zwischen den Jahren dann noch meine Top 15 Alben des Jahres. Fangen wir also an:

#50

Northlane – Singularity

UNFD / 22. März 2013

Dieses Album beinhaltet einen meiner liebsten Songs der letzten Jahre, “Aspire”. Und auch sonst ist Singularity ein Eckpfeiler des modernen Metalcore-Sounds. Das letzte Album der Band mit Sänger Adrian Fitipaldes hatte es absolut in sich.

#49

Our Ceasing Voice – That Day Last November

Through Love Records / 18. Januar 2013

Ich weiß noch, wie ich dieses Album über eine Review von metal.de fand. Seitdem ist es für mich mit seinen Ambient- und Post-Rock-Sounds zum Soundtrack einer Menge melancholischer, gedankenverlorener Abende geworden. Ich würde es noch ein bisschen höher einstufen, aber dafür höre ich es mittlerweile zu selten.

#48

Leeched – You Took The Sun When You Left

Prosthetic Records / 24. August 2018

Grauenhaft, brutal, finster… und doch auf eine morbide Weise faszinierend. Eine Zeit lang habe ich dieses Album einfach als “wall of sound” im Hintergrund laufen lassen, aber je mehr ich es gehört habe, desto mehr sind mir die Einzelheiten bewusst geworden. Ein auf eine gute Weise verstörendes Album.

#47

Trash Boat – Crown Shyness

Hopeless Records / 20. Juli 2018

Ich war nie ein großer Pop Punk-Fan, deswegen bin ich immer sehr überrascht, wenn ich tatsächlich mal ein Album finde, das mir gefällt. Trash Boat verschmelzen auf “Crown Shyness” Pop Punk-Hooks und einfache Akkordstrukturen mit leichten Hardcore-Einschlägen und erzeugen damit ein sehr überzeugendes Gesamtbild, das manchmal zwar etwas kitschig ist, aber letztendlich doch ehrlich und emotional genug, um das Interesse hoch zu halten.

#46

Tripsitter – The Other Side of Sadness

Prosthetic Records / 19. April 2019

Ich brauchte bei diesem Album ein bisschen Zeit, bis es wirklich für mich funktioniert hat, spätestens als ich allerdings die Live-Show der Band auf ihrer Tour mit Polar sah, war ich vollends überzeugt. Es handelt sich bei “The Other Side of Sadness” um eine wirklich einzigartige Mischung aus Melodic Hardcore, Shoegaze und Atmospheric Sludge Metal, das gleichzeitig langsam und nachdenklich ist, sich aber nicht scheut, auch mal komplett auszubrechen. Dazu kommt, dass das Drumming einfach wundervoll ist.

#45

GWLT – Stein & Eisen

Arising Empire / 29. Januar 2016

Die Repräsentation von People of Color in der Hardcore-Szene – insbesondere in Deutschland – ist praktisch nonexistent. Allein deswegen sind GWLT eine ganz besondere Band. Dazu kommt noch die mühelose Mischung aus Hardcore- und Rap Metal-Elementen und die hochpolitischen und sehr intelligenten Texte, um das Album wirklich zu einem besonderen zu machen.

#44

Parkway Drive – Atlas

Epitaph Records / 30. Oktober 2012

Dieses Album beinhaltet einen Song, der mir bis heute ziemlich wichtig ist, “Dream Run”. Die Message, mit sich selbst nicht zu hadern und die eigenen Fehler anzuerkennen, weil sie dafür gesorgt haben, dass eins der Mensch ist, der eins ist, ist etwas, woran ich mich bis heute orientiere. Musikalisch ist das Album einfach unheimlich zufriedenstellender Metalcore. Zwar nicht weit über den Tellerrand hinaus, aber dafür ist die aufgetischte Mahlzeit sehr reichhaltig.

#43

EVRA – Lightbearer

self-released / 30. August 2015

Die Mischung aus Every Time I Die-esquem Wahnsinn und nachdenklichen und emotionalen Passagen, die lyrisch beinahe ins okkulte abrutschen, hat es mir einfach angetan. Dieses Album trägt eine Aura mit sich, die es sonst im Hardcore eher selten gibt. Ähnlich mystisch ist leider die Geschichte der Band – kurz nach der Veröffentlichung dieses Albums lösten sie sich auf.

#42

Hanybal – Haramstufe Rot

Azzlackz / 16. September 2016

Ich schwöre, die gesamte deutsche Hip Hop-Szene tut Hanybal als “den Jungen mit Vanilla Sky” ab, aber dieses Album hat so viel mehr zu bieten. Wenn Hanybal auf diesem Album eins ist, dann ist das ehrlich. Gleichzeitig hat er aber auch eine sehr pessimistische Sicht auf seine Situation in Frankfurter Vierteln, verpackt diese aber wunderbar humoristisch. Damit bricht er halb mit dem Ton seiner Frankfurter Kollegen, die sich hauptsächlich für ihre Protzigkeit feiern, ist durch diese Verletzlichkeit allerdings zehnmal sympathischer.

#41

Cancer Bats – Searching for Zero

New Damage / 10. März 2015

Es mag zwar sein, dass “Dead Set on Living” und “The Spark That Moves” objektiv gesehen bessere Alben sind, und dieses Album ist zugegebenermaßen zwischenzeitlich etwas seltsam. Aber gleichzeitig ist es das kathartischste Album der Band bisher und steht durch die Produktion von Ross Robinson (u.a. Slipknot) in der Cancer Bats-Diskographie einfach heraus. Für mich ein absolutes Highlight.


Das sind die ersten paar Plätze meiner Top 50-Liste. Nächste Woche dann mehr!

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