Tool Bandfoto

NEW SONG: Tool – Fear Inoculum

Als ich noch ein Kind war, hatte mein Bruder die GameStar abonniert. Für alle, die diese Veröffentlichung nicht kennen: Es handelt sich dabei um ein deutschsprachiges Print-Magazin über PC-Spiele. Das Magazin gibt es seit 1997. Ich hatte ein, optimistisch formuliert, mittelgroßes Interesse an PC-Spielen. Nichtsdestotrotz habe ich mir immer die aktuelle Ausgabe geschnappt, nachdem mein Bruder sie durchgeblättert und die 1-2 Testberichte, die ihn interessierten gelesen hatte.

Das war zu Zeiten, als Duke Nukem noch relevant in der Spieleszene war und die Generation, die dort Spielejournalismus betrieb, sang noch Lobhymnen für Spiele wie Monkey Island, die mittlerweile hauptsächlich noch relevant sind für nostalgiegetriebene Video-Essays auf YouTube. 3D Realms war damals noch mit der Entwicklung von Duke Nukem Forever beschäftigt, welches im Laufe der Jahre mehrere Engine-Wechsel und komplette Reworks hinter sich hatte. Der Running Gag innerhalb der GameStar-Redaktion war damals die Aussage von 3D Realms, dass sie keinen festen Release-Termin für Duke Nukem Forever geben wollten. Das Spiel sei “done when it’s done” und die Presse solle doch bitte endlich mal aufhören zu fragen.

3D Realms schloss 2009 seine Tore und von Duke Nukem Forever hörte man zwar noch etwas, aber reden werde ich darüber jetzt nicht. Einerseits, weil das Spiel ziemlicher Rotz war. Andererseits, weil es hier eigentlich um Tool geht. Die kündigen ja auch schon seit Jahren an, dass ihr nächstes Album in der Mache sei – “10,000 Days” ist ja immerhin bald 4900 Tage alt.

“10,000 Days” wurde im Mai 2006 veröffentlicht Quelle: DuckDuckGo

Mit dem Wissen um 3D Realms im Hinterkopf habe ich eigentlich schon fast damit gerechnet, dass Tool ähnlich enden wird. Und selbst, wenn sie ihr Album jetzt veröffentlichen, ist der Druck so hoch, dass “Fear Inocolum” quasi die Erwartungen eingefleischter Fans nur enttäuschen kann. Aber unabhängig von astronomischen Fan-Erwartungen und erzwungenen Videospiel-Vergleichen haben Tool nicht nur ihre komplette Diskographie auf allen gängigen Streaming-Plattformen zugängig gemacht, sondern jetzt auch den Titel-Track des Ende des Monats erscheinenden Albums veröffentlicht. Persönliche Einschätzung nach dem ersten Hören: Es passiert erstaunlich wenig in “Fear Inocolum”, aber es ist unverkennbar Tool.

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